Wetlanders

Interreg NWE

 

In ganz Nordwesteuropa verschwinden grün-blaue Netzwerke (GBN oder auch blau-grüne Infrastruktur genannt) in besorgniserregendem Tempo. Einige Regionen haben bereits mehr als 90 % ihrer Feuchtgebiete verloren, während andere mit einer massiven Degradierung ihrer Moore konfrontiert sind. Dabei sind es genau diese Ökosysteme, die unser Wasser filtern, Kohlenstoff speichern und die biologische Vielfalt erhalten – doch sie schrumpfen schneller, als wir sie derzeit schützen können.

 

Wetlanders, ein durch das Programm Interreg Nordwesteuropa kofinanziertes Projekt, bringt 14 Organisationen aus fünf Ländern zusammen, um diesen Trend umzukehren. Dies geschieht durch gemeinsame Instrumente, praktische Renaturierungsmaßnahmen und lokale Partnerschaften, um ein langfristiges Management zu unterstützen.

 

 

Zusammenarbeit zur Wiederherstellung der europäischen GBNs

Feuchtgebiete stehen vor vielen Herausforderungen, wie z. B. fragmentierten Eigentumsverhältnissen, einer uneinheitlichen Verwaltung und schrumpfenden Finanzmitteln. Diese Probleme machen nicht an Landesgrenzen halt und erfordern grenzüberschreitende Lösungen. Deshalb vernetzt Wetlanders Partner aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und Irland und schafft so eine Plattform für gebündeltes Fachwissen in einem völlig neuem Maßstab. Unter der Leitung der belgischen NGO Natuurpunt vereint das Konsortium die Stärken von Forschungsinstituten, Behörden und schutzgebietsbetreuenden Organisationen.

Foto: Hans von Sonntag
Foto: Hans von Sonntag

Praxistests und Entwicklung des GBN-Tools

Um Theorie in die Praxis umzusetzen, führen wir fünf Pilotmaßnahmen in unterschiedlichen Landschaften in vier Ländern durch – von Flussauen im Tiefland und Mooren bis hin zu Erdfallseen und Quellgebieten. Hier gehen wir sowohl abiotische Herausforderungen an, wie die Wiederherstellung natürlicher Wasserläufe, als auch biotische Bedrohungen, wie die Entfernung invasiver Arten und naturferner Anpflanzungen. Die an diesen Standorten erfolgreich getesteten Renaturierungsmethoden und Lösungen werden im sogenannten „GBN-Tool“ zusammengefasst. Diese öffentlich zugängliche digitale Plattform wird sicherstellen, dass unsere Lösungen auch in anderen Regionen leicht zugänglich und nachmachbar sind.

 

Stärkung von Kompetenzen, Eigenverantwortung und Zusammenarbeit

 Die Menschen, die diesen Landschaften am nächsten stehen – wie Landwirte und Landwirtinnen, Gebietsbetreuende, Kommunen und lokale Gruppen – sind auch diejenigen, die am besten zu ihrem Schutz beitragen können. Wetlanders arbeitet direkt mit diesen Gruppen zusammen und vermittelt das Wissen und die Fähigkeiten, die für eine dauerhafte Betreuung erforderlich sind. Eine gemeinsame Strategie und ein Aktionsplan für alle fünf Länder stellen sicher, dass diese gemeinsame Anstrengung mehr erreicht als die Summe ihrer Einzelteile. Ein entscheidender Teil dieses Plans ist die Untersuchung innovativer Finanzierungsmodelle für den Naturschutz, wie z. B. öffentlich-private Partnerschaften und Zertifikate für Ökosystemleistungen. So soll sichergestellt werden, dass die GBN-Renaturierung auch lange nach Projektende finanziell tragfähig bleibt.

 

Unser Ziel

Wenn grün-blaue Netzwerke gut funktionieren, sind ihre positiven Auswirkungen weit über das Ufer hinaus spürbar: sauberere Flüsse, widerstandsfähigere Gemeinden und Landschaften, die sowohl Dürren als auch Überschwemmungen standhalten können. Wetlanders zeigt, wie erfolgreiche Renaturierung aussieht und schafft die Voraussetzungen dafür, dass sie auch an anderen Orten gelingt.

Gemeinsam Strategien entwickeln und alle Aktuere mitnehmen - das ist ein Ziel von Wetlanders. Foto: Hans von Sonntag
Gemeinsam Strategien entwickeln und alle Aktuere mitnehmen - das ist ein Ziel von Wetlanders. Foto: Hans von Sonntag

 

 

 

Indem wir Menschen, Partner und Landschaften miteinander verbinden, geben wir diesen Ökosystemen zurück, was sie verloren haben.“ –

Katrien Wijns (Natuurpunt Belgien), Projektkoordinatorin von Wetlanders

Updates und Ergebnisse

Wir werden regelmäßig über Aktualisierungen, Einblicke und Ergebnisse berichten, während das Projekt voranschreitet. Wichtige Neuigkeiten und Entwicklungen gibt es auch auf der “Wetlanders Interreg NWE” - Website.

 

Die Rolle der ÖNSOL als Projektpartnerin von Wetlanders

Das Heumoor im FFH-Gebiet. Foto: ÖNSOL/Carsten Heinecke
Das Heumoor im FFH-Gebiet. Foto: ÖNSOL/Carsten Heinecke

Im Rahmen des Projekts Wetlanders widmet sich die ÖNSOL der Renaturierung von Moorflächen im FFH-Gebiet „Sager Meere, Kleiner Sand und Heumoor“. Das Gebiet ist Teil unserer Betreuungs-kulisse der Landesförderung. Wir kennen das Gebiet und sind in Kontakt mit lokalen Akteuren. Nach und nach werden wir weitere Akteure mit einbeziehen, um das Bewusstsein für blau-grüne Netzwerke zu schärfen und gemeinsam eine Strategie zu ihrer Wiederherstellung und langfristigen Bewahrung zu erarbeiten. Dazu sind gemeinsame Treffen, Workshops und Exkursionen geplant. Unsere assoziierten Partner in Wetlanders Projekt sind der Mellumrat, das ÖKOL und der NABU Bundesverband, die uns unterstützen und beraten.

 

Unsere gemeinsamen Erfahrungen werden sich in dem öffentlich zugänglichen BGN-Tool wiederfinden, das am Ende des Projektes veröffentlicht wird. Das bedeutet: Als ausgewiesener Pilotstandort dient unser Schutzgebiet als Blaupause. Die hier gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen werden genutzt, um künftige Forschungs- und Renaturierungsbemühungen innerhalb der grün-blauen Netzwerke in ganz Nordwesteuropa zu unterstützen - eine tolle Möglichkeit für alle Interessierten und Betroffene, sich in ein internationales Projekt einzubringen und wirklich etwas zu bewirken!

 

 

Projektförderung

Gesamtbudget des Projekts: 7,2 Millionen Euro

EU-Förderung: 4,3 Millionen Euro 

Das Land Niedersachsen kofinanziert das Projekt mit 256.000 Euro mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. 

 

Projektlaufzeit

2026 - 2029

 

Information zu den Partnern

Die Wetlanders Partnerschaft vereint 14 Organisationen aus Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Irland. Sie bündelt das Fachwissen von Forschungsinstituten, NGOs, Behörden und Landbewirtschaftern aus der gesamten NWE-Region.

Ansprechpartnerinnen NABU Niedersachsen / ÖNSOL

Projektleitung: 

Eilish Farrell

[email protected]

Telefon: +49 159 04537726

 

Projektmitarbeit:

Nicole Feige

[email protected]

Telefon: +49 1590 4537728 

 

Projektadministration:

Silke Pracht

[email protected]

Telefon: +49 511 9110529